Chronik


1945

Der Neckar-Verlag wird von Herbert Holtzhauer in Schwenningen gegründet. Der ehemalige Redakteur einer sozialdemokratischen Zeitung, die im dritten Reich von den Nationalsozialisten verboten wurde, hat ursprünglich das Ziel, eine unabhängige Tageszeitung in Schwenningen ins Leben zu rufen, um die ruinierte Medienlandschaft in der Region wieder aufzubauen. Bald schon entscheidet sich der Neckar-Verlag jedoch für ein anderes Profil: es wird in den ersten Jahren vor allem sozialwissenschaftliche, philosophische und politische Literatur verlegt. Die Anfangsjahre sind schwierig und ein stetes Wechselspiel von Höhen und Tiefen. Die finanziellen Mittel, mit denen der Neckar-Verlag auskommen muss, sind sehr knapp; um den Bestand des Verlags muss wiederholt gekämpft werden.

1952

Das Repertoire des Neckar-Verlags erweitert sich. Er baut ein enges Geschäftsverhältnis zum Land Baden-Württemberg auf und beginnt, die Amtsblätter des Arbeits- und Sozialministeriums sowie des Justiz- und Kultusministeriums („Die Justiz“ und „Kultus und Unterricht“) zu verlegen. Der Verlag zieht nach Villingen in das heutige Gebäude um. Herbert Holtzhauer kann das Haus zu einem günstigen Preis kaufen. An den Kaufvertrag ist allerdings die Bedingung gekoppelt, eine Zeitung ins Leben zu rufen. Das historische Haus am Klosterring wurde im Nationalsozialismus von den Kreisleitern genutzt und besaß eine NS-Druckerei. Diese Druckerei wird vom Neckar- Verlag unter dem Namen „Ring-Druck“ in Gebrauch genommen. Sie bildet den Anfang des Verlags der Nachkriegszeit in gerade einmal zwei Räumen in einem Haus voller Mieter. Nach und nach ziehen alle Abteilungen des Neckar-Verlags in das Gebäude am Klosterring. 1974 löst sich der Verlag von der Druckerei und beginnt die Zusammenarbeit mit der Druckerei Baur-Offset. In diesem Jahr wird die erste Auflage der Zeitschrift des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg „Brandhilfe“ verlegt.

1954

Die Sammlung der wichtigsten Gesetze, Verordnungen und Bekanntmachungen für Lehrer und Lehramtsstudenten, der „Führer durch das Lehramt" wird zum ersten Mal verlegt.

1958

„Modell" – die führende deutsche Fachzeitschrift für funkgesteuerte Modelle wird gegründet. Die Zeitschrift, die 2008 ihr 50-jähriges Jubiläum feierte, war in 37 Ländern erhältlich. 2013 wurde die Zeitschrift an den Geramond Verlag verkauft.

1960

Der Neckar-Verlag verwirklicht seine Planungen und gründet eine Tageszeitung für Villingen- Schwenningen: das Villinger Tagblatt. Aus verschiedenen Gründen wird die Zeitung nach einem Jahr jedoch wieder eingestellt.

1969

Es werden zunehmend Angebote rund um Schule und Pädagogik in das Programm aufgenommen: Zum ersten Mal werden die Stoffverteilungspläne für die Schulen und die Zeitschrift des Landeselternbeirats Baden-Württemberg „Schule im Blickpunkt“ verlegt.

1970

Das Verlagsgebäude wird umgebaut. Der Neckar-Verlag wird zum Verlag der Zeitschriften des Instituts für Bildungsplanung und Studieninformation in Stuttgart und nimmt die jährlich erscheinende Kunstmappe „Meisterwerke der Kunst“ in das Programm auf. Sind die Mappen anfangs noch von der Idee geprägt, Kunst durch günstige Preise jedermann zugänglich zu machen, so werden sie im Laufe der Zeit immer mehr auf den Schulgebrauch zugeschnitten. Heute werden sie im ganzen Bundesgebiet verkauft.

1974

Die Zeitschrift der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg „Politik & Unterricht“ wird zum ersten Mal verlegt.

1975

Die Zeitschrift für Schule und Innovation „Lehren & Lernen“ wird vom Neckar-Verlag verlegt. Sie entsteht aus den früheren Zeitschriften „Zeitnahe Schularbeit“ und „Die Schulwarte“, die vom Institut für Bildungsplanung und Studieninformation herausgegeben wurden. Eine weitere Zeitschrift für die Schule wird in das Programm aufgenommen: „tu“, die Zeitschrift für Technik im Unterricht.

1977

Aus der Zeitschrift „Modell“ entsteht eine weitere eigenständige Zeitschrift: die Fachzeitschrift für den Schiffsmodellbauer „SchiffsModell“.

1978

Es werden zum ersten Mal die Blattwerke für Lehrer „PMP (Planung Materialien Praxis) Schule und Leben“ herausgegeben.

1980

Mit Klaus Holtzhauer übernimmt die zweite Generation die Geschäftsführung.

1989

Inge Holtzhauer und Dr. Heinz Lörcher steigen ebenfalls in die Geschäftsführung ein.

1994

Als weiterer Ableger aus „Modell“ entsteht die Fachzeitschrift für den Elektroflug „elektroModell“.

2000

Der Neckar-Verlag bringt eine weitere Modellzeitschrift heraus: das Magazin für Modellbauer und Nostalgie-Fans „Journal Dampf & Heißluft“.

2007

Es findet ein Generationenwechsel in der Geschäftsführung statt: Ruth und Beate Holtzhauer, Enkelinnen des Verlagsgründers Herbert Holtzhauer, übernehmen die Verlagsleitung. Aktuelle Schwerpunkte im Programm des Neckar-Verlags sind die Sparten Schule, Kunst, Modellbau und Feuerwehr. Kleinere Rubriken bilden unter anderem Rehabilitation, der Vorschulbereich sowie Literatur im Bereich Natur und Wissenschaft, Geschichte sowie Kinder & Jugend.

2010

Eine weitere Modellbauzeitschrift „CarModell“ kommt auf den Markt, wird aber im Jahr 2012 wieder eingestellt.

2012

Die Zeitschrift „Gartenbahnen“ wurde vom GARBA-Verlag übernommen.
Alle Fachzeitschriften des Modellbau-Bereichs sowie die Brandhilfe Baden-Württemberg werden nun auch digital angeboten.

2013

Der Neckar-Verlag verkauft sein gesamtes Buch-, Bauplan- und Zeitschriftenprogramm des Flug- und Schiffsmodellbaus an den Geramond Verlag in München. Der Verlag möchte seine Bereiche Schulverwaltung und Feuerwehr weiterentwickeln. Es entsteht die neue Zeitschrift „Altes Handwerk ...neu erlebt!“.

2014

Die Teilnehmerhefte der Ausbildung zur Freiwilligen Feuerwehr sind über die App „Neckar-Verlag Mediathek“ als E-Book erhältlich.