Gustav Adolf Lörcher

Fingerrechnen

aus Konkrete Mathematik
2005

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Finger helfen beim Rechnen
Mit Fingern kann man wichtige Ideen in der Arithmetik veranschaulichen: Im 5. Schuljahr die Idee des Stellenwerts, im 6. Schuljahr gleichwertige Brüche, unechte Brüche und einfache Bruchadditionen und -subtraktionen, im 9. Schuljahr Potenzen als Multiplikation gleicher Faktoren.

Finger und Zahlen
In der Geschichte der Menschheit waren Finger ein wichtiger Baustein für die Entwicklung mathematischer Ideen. Auch in der persönlichen Entwicklung des Kindes spielen Finger eine große Rolle: In den Fingern hat man mehrere gleichartige Gegenstände, man kann ihre Anzahl simultan erfassen, man kann hinzufügen und wegnehmen ohne fremdes Material, man hat die Zahlen selbst in der Hand. Leider wird der Reichtum dieses Hilfsmittels oft übersehen, weil man bei rechenschwachen Schülern beobachtet, wie sie auch schwierigere Additionen mit Fingern ausführen durch Abzählen und Weiterzählen und dabei oft scheitern, wenn sie sich verzählen. Finger sind für Kinder im Verlauf des Mathematikunterrichts oft ein Strohhalm, an den sie sich blind zu klammern versuchen, wenn sie anfangen, den Durchblick zu verlieren. Diesem uneffektiven Gebrauch der Finger sollte man nicht dadurch begegnen, dass man den Überbringer der schlechten Botschaft bestraft, indem man Rechnen mit den Fingern verbietet, sondern man sollte versuchen, das mangelhafte Zutrauen zu den eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Zahlen zu stärken. Statt Rechnen mit Fingern zu verbieten, sollte man zeigen, wie man sie in vielen Bereichen als flexibles Hilfsmittel zur Entwicklung der Zahlvorstellung und für einige Rechenoperationen nutzen kann.