Joachim Gauck

Kränkung

Wie Hass und Gewaltbereitschaft entstehen und was wir dagegen tun können
2017

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Leopold Lucas, geb. 1872 in Marburg, 1943 im KZ Theresienstadt umgekommen, Historiker und Rabbiner, studierte in Berlin und Tübingen, wo er 1895 im Fach Geschichte zum Dr. phil. promoviert wurde. Seit 1899 wirkte er als Rabbiner in der traditionsreichen jüdischen Gemeinde Glogau. Er war an der Leitung der 1902 gegründeten Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums beteiligt, in der NS-Zeit berief ihn Leo Baeck an die Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Im Dezember 1942 wurde das Ehepaar Lucas nach Theresienstadt deportiert, wo Lucas im September 1943 starb; seine Frau Dorothea wurde im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. Der Sohn Franz D. Lucas, 1921 in Glogau geboren und 1998 in London verstorben, musste 1938 sein Studium an der Universität Königsberg abbrechen, emigrierte nach Bolivien und baute ein bedeutendes Handelsunternehmen auf. Seit 1983 lebte er in London und wandte sich dem Lebenswerk seines Vaters und dem Wirken des gelehrten Judentums in Deutschland zu. 1972 stiftete er anlässlich des 100. Geburtstages seines Vaters zum Andenken an dessen Werk den Dr.-Leopold-Lucas-Preis, den seither die Ev.-Theol. Fakultät im Namen der Universität Tübingen verleiht. Generalkonsul Franz D. Lucas war – wie jetzt sein Sohn Frank – Ehrensenator der Universität Tübingen. Der Preis wird verliehen für herausragende wissenschaftliche theologische und geistesgeschichtliche Leistungen für die Verbreitung des Toleranzgedankens bzw. für entsprechendes politisches Wirken. An einige herausragende Preisträger erinnert Joachim Gauck einleitend in seiner im Folgenden abgedruckten Dankesrede. Er selbst wurde geehrt für sein entschiedenes öffentliches Eintreten für Freiheit, Toleranz und Verständigung und gegen den wachsenden freiheits- und toleranzfeindlichen politischen Populismus. Mit dem Hauptpreis ist seit einigen Jahren ein Nachwuchspreis verbunden, der 2017 auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen Dr. Dahan Fan verliehen wurde. Dr. Fan (geb. 1979) hatte zunächst an der Peking University studiert und wurde in Tübingen mit seiner herausragenden Dissertation „Die Problematik der Interesselosigkeit bei Kant: Eine Studie zur Kritik der ästhetischen Urteilskraft“ promoviert, die von Professor Otfried Höffe betreut worden war. Der Abdruck der Dankesrede von Joachim Gauck gibt den Redetext wieder, behält den Duktus des gesprochenen Wortes bei und verzichtet lediglich zu Anfang auf die üblichen Anredeformeln.