Günter Graf, Hans Stammel

Kompetenzförderung im Deutschunterricht

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Umfang: 7 Seiten
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Der inflationäre Gebrauch des Begriffs Kompetenz im Bereich von Bildung und Erziehung macht ihn in keiner Weise eindeutiger. Auffällig ist dabei seine restriktive Verwendung. In neueren deutschdidaktischen Publikationen und Arbeitsbüchern Deutsch wird die semantische Dimension des Begriffs weitgehend reduziert auf die Beherrschung von Wissensbeständen, d. h. beispielsweise auf grammatisches Regelwissen und Textsortenwissen. Dabei ist Wissensbesitz allenfalls ein Teilaspekt des Kompetenzphänomens. Hier bedarf es noch eines intensiven fachdidaktischen Diskurses. In diesem Zusammenhang möchte der folgende Beitrag vorsichtige Impulse setzen.Bei dem Versuch, die komplexe Natur der drei zentralen Konstituenten des Deutschunterrichts zu beschreiben – Schreib-, Lese- und Sprachkompetenz –, wird deutlich, dass Kompetenzförderung etwas zu tun haben sollte mit der Stärkung der Schülersubjekte. Damit ist vor allem die anthropologische Dimension des Begriffs angesprochen. Mit diesem Ansatz wird die Hoffnung verknüpft, dass ein langfristig und nachhaltig angelegter kompetenzorientierter Deutschunterricht seine Gegenstände (Schreiben, Literatur und Sprache) zur unmittelbaren Angelegenheit der Schüler macht und die immer wieder beklagten Motivationsprobleme geringer werden.