Matthias Wider

Was und wie lernen Schüler aus der Vergangenheit?

„Man muss es gesehen haben, um es zu verstehen“
2014

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Umfang: 7 Seiten
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Das Jahr 2014 zeigt es deutlich: Die Rituale der Erinnerung an Krieg, Leid und Tod, wie sie an kulturell definierten Orten des kollektiven Gedenkens in kulturell definierten Formen stattfinden, lösen sich mit zunehmender zeitlicher Entfernung vom betreffenden Ereignishorizont auch aus ihrem einst allgemein gültigen, auf gemeinsamer Vergangenheitserfahrung basierenden Sinnkontext. Wo vor Jahren noch die emotionale Beteiligung der Teilnehmerschaft deutlich spürbar war, ist heute eine eher sachliche, bildungsbeflissene Atmosphäre eingekehrt; daher sind die bei solchen Gedenkanlässen mitgeteilten Botschaften zwar zustimmungsfähig aber auch unpersönlich geworden, wodurch sie kaum noch zu berühren vermögen. Selbst das an und für sich bewegende Wort Albert Schweitzers: „Kriegsgräber sind die großen Prediger des Friedens“ gehört schon so sehr zum Standardzitatenrepertoire, dass es wenig mehr sein kann als eine schöne Floskel.