Bernd Lehmann

Der schwierige Prozess des Übergangs

Interview mit Frau Wassmer (Gesamtelternbeiratsvorsitzende Stuttgart)
2015

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Bernd Lehmann: Eine der ersten bildungspolitischen Maßnahmen der grün-roten Landesregierung war die Verordnung, dass die verbindliche Grundschulempfehlung wegfällt. Wie war die Reaktion der Eltern auf diese Maßnahme, welche Fragen haben sich ergeben?

Sabine Wassmer: Die Reaktion war überwiegend positiv, weil der Druck aus der Grundschule rausgenommen wurde und der war z. T. schon sehr extrem: Die Kinder wurden oft mit Nachhilfe gepuscht, um eine Gymnasialempfehlung zu bekommen. Außerdem ist für die Eltern wichtig, dass nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Ich denke, die Maßnahme ist grundsätzlich sehr positiv, aber ein großes Problem bleibt: Viele Eltern sagen sich, da brauche ich auch nicht mehr zur Beratung zu gehen. Da sind wir dann bei der Gesprächskultur zwischen Eltern und Schule, die immer noch sehr verbesserungsbedürftig ist. Die Schule meldet sich eben oft nur, wenn etwas schiefläuft, und so erwartet man gar nicht, dass einem auch Ratschläge und Perspektiven für das Kind gegeben werden.

Lehmann: Die Stärkung des Elternrechts ist im Grunde ja was durchaus Positives. Jetzt hört man aber von den Realschulen und Gymnasien, dass durch diese Maßnahme zunehmend Kinder ihre Schule besuchen, die nicht die Voraussetzungen haben. Ist diese Aussage berechtigt, was halten Sie davon?