Fritz Reheis

Was wachsen soll, muss reifen können. Bildung braucht Zeit, und zwar den ganzen Tag

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Dass die Sau vom Wiegen nicht fetter wird, ist bekannt. Dass man durch ständiges Zupfen an einem Getreidehalm nicht dessen Wachstum beschleunigt, sondern eher dessen Tod, ebenfalls. Entscheidend für die Entwicklung von Tieren und Pflanzen sind vielmehr Nahrung bzw. Düngung. Wie aber ist das beim Menschen, bei seiner Bildung? Angesichts des mittlerweile allumfassenden Zwangs zur beschleunigten Verwertung von biotischem und humanem „Kapital“ ist es nötig, an ein paar eigentlich allgemein bekannte Grundeinsichten der Erziehungspraxis und der Pädagogischen Anthropologie zu erinnern. An erster Stelle an die Frage, was Bildung eigentlich ist. Eine Antwort gibt die UN-Charta der Menschenrechte, wo Bildung als die „volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit“ definiert wird. Woran bei dieser Entfaltung zu denken ist, wissen wir spätestens seit Pestalozzi: „Kopf, Herz und Hand“, psychologisch gesprochen, Kognition, Emotion und Verhalten oder in philosophischer Terminologie Geist, Seele und Körper. Es stellt sich also die Frage, welche Nahrung bzw. Düngung die Entfaltung des Menschen in Bezug auf diese drei Dimensionen von Bildung benötigt? Und wie viel davon bzw. wie oft? Es geht ja bei Reifungsprozessen immer ganz zentral um die zeitliche Dimension. Erst vor diesem Hintergrund kann sinnvollerweise die Frage gestellt werden, ob die Schule einen halben oder einen ganzen Tag dauern soll.