Ulrich Herrmann

Religionsunterricht an staatlichen Schulen – eine Spätfolge des „Weimarer Schulkompromisses“

2015

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Beim Untergang der Monarchien in Deutschland und beim Übergang in die WeimarerRepublik 1918/19 standen schulpolitische Fragen ganz oben auf der Agenda. Die schulpolitischen und -organisatorischen Fragen führten zu heftigsten Kontroversen in den Verfassungs- und Gesetzesberatungen, sie polarisierten das politische Klima der Republik, sie belasteten die Bildung und die Handlungsfähigkeiten von Regierungskoalitionen. Nur mühsam konnte ein allseits als unbefriedigend empfundener Kompromiss, der „Weimarer Schulkompromiss“, gefunden werden, der dann ins Grundgesetz der Bundesrepublik übernommen wurde. Er erklärt die bis heute geltenden Besonderheiten – in den rechtlichen Grundlagen und den praktischen Ausgestaltungen – des als ordentliches Unterrichtsfach eingerichteten Religionsunterrichts an staatlichen Schulen.