Wolfgang Schäuble
Präsident des Deutschen Bundestages

Anlass zur Selbstbeunruhigung

Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer
des Nationalsozialismus (27.1.2018) am
31. Januar 2018 im Deutschen Bundestag
2018

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An Auschwitz scheitert jede Gewissheit. Auschwitz – das ist Synonym für den planmäßigen, industriellen Völkermord an den europäischen Juden. Für die nationalsozialistischen Verbrechen. Für die Unmenschlichkeit im Menschen. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager. Vor 73 Jahren.

Was das heute noch mit uns zu tun hat, darauf hat Bundespräsident Roman Herzog 1996 in der ersten Gedenkstunde vor diesem Hohen Haus eine unmissverständliche Antwort gegeben, und sie ist immer noch gültig: „Wir erinnern nicht – so hat er gesagt –, um unser Entsetzen zu konservieren. Wir erinnern uns, um Lehren zu ziehen – Lehren, die auch künftigen Generationen Orientierung geben, damit aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft wird.“ Wir gedenken nicht als persönlich Schuldige. Aber aus der Schuld, die Deutsche in den zwölf Jahren der NSDiktatur auf sich geladen haben, wächst uns nachfolgenden Generationen eine besondere Verantwortung zu.