Lernen oder Nichtlernen in der Praxis?

Aus tu 136
2010

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Lerntheoretische Aspekte der Berufsorientierung

Die Wahrnehmung von Sachverhalten im pädagogisch unstrukturierten Praxisfeld Betrieb bedeutet nicht in jedem Falle Lernen. Ereignisse werden dadurch zum Bestandteil des Wissens eines Individuums, dass es einzelne wahrgenommene Ereignisse in bildhaften Zusammenhängen und Abfolgen interpretiert und diese als in sich stimmige Beschreibung sprachlich fassen kann. Das heißt, Lernen erfolgt über die kognitive Verknüpfung von wahrgenommenen singulären Ereignissen, Tatbeständen, Daten = Einzelaspekten. Es ist das Ergebnis einer geistigen Verarbeitung von Wahrnehmungen, die ihrerseits durch immer schon vorhandene „Erfahrungsmuster” geprägt werden. Erst unter dieser Voraussetzung können praktische Tätigkeiten in Betrieben Lernprozesse auslösen. Die bloße Konfrontation mit Wahrnehmung von Einzelaspekten in der Wirklichkeit ist noch kein Lernen, sondern lediglich eine Voraussetzung dazu. Lernende kommen in der Regel dann nicht zu einem Wissenszuwachs, wenn sie in „neue Situationen” gestellt werden. Denn dann werden sie kaum in der Lage sein, die Zusammenhänge zwischen wahrgenommenen Einzelaspekten kognitiv herzustellen und zu beurteilen.