Zum Einfluss früher technischer Bildung auf die Identitätsentwicklung

Aus tu 151
2014

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Die zunehmende Technisierung der Lebenswelt erfordert für ihre Bewältigung nicht nur die Qualifizierung von Nachwuchs durch berufliche Fachbildung, sondern auch eine technische Bildung für alle zur Entwicklung einer technikmündigen Gesellschaft (vgl. VDI 2012, S. 2; Mammes & Tuncsoy 2013). Denn mangelnde Techniksozialisation kann nicht nur zu einem „technischen Analphabetismus“ (Sachs 1987, S. 9) führen und so die verantwortungsvolle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren, sondern beeinflusst darüber hinaus auch die Identitätsentwicklung (vgl. Mammes 2011; 2013). Denn im handelnden Umgang mit Technik entwickelt der Mensch grundlegende Einstellungen zur Technik und Überzeugungen seiner eigenen Wirksamkeit, die ein enttäuschungsfestes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ausbilden können (Baumert & Geiser 1996; Angele 1976). Mangelnde Erfahrungen können dagegen die Vorstellung entwickeln, geringe Fähigkeiten und unpassende Eigenschaften im Umgang mit Technik zu besitzen. Folglich werden Auseinandersetzungen mit Technik vermieden und schließen so vielfältige Lebensperspektiven, wie z. B. die Wahlmöglichkeiten technisch geprägter Studiengänge und Berufe, aus (vgl. acatech & VDI 2009; Mammes 2001).